Free Being Me – Einfach Ich !

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So lautet das aktuelle Bundes­thema der PPÖ. Es geht darum der sprichwörtlichen „inneren Schönheit“ auf den Grund zu gehen und nicht in oberflächlichen vermeintlichen Idealen hängen zu bleiben.

Junge PfadfinderInnen sollen weltweit ermutigt werden Vorstellungen über Körperbewusstsein und Schönheit zu erforschen, die sie während ihres Aufwachsens beeinflussen werden. Free being me zeigt den Kindern, dass es nicht nur eine Art gibt, schön zu sein. Innere Werte zählen am meisten.

Innehalten und über die Umwelt nachdenken. Welchen Einfluss hat diese auf unsere Denkweise über sich selbst und anderen Menschen?

Schönheit ist ein dehnbarer Begriff. In der einen Kultur gilt als schön, keine Füße und Rundungen zu haben – in einer anderen Kultur wird langes wallendes Haar in Kombination mit einer riesigen Unterlippe als schön erachtet.

Ein Dach für Nepal

„Hier muss etwas geschehen. Den Menschen muss geholfen werden“.  
Eine Vorarlbergerin lässt eine Gesundheitsstation im „Glücklichen Tal“ errichten.

Fotos www.chay-ya.com, www.ppoe.at

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Anlässlich der Landestagung der Vorarlberger PfadfinderInnen am Fr. den 20. Nov. 2015 in Rankweil hatte ich die Gelegenheit bei einem Vortrag von Sabine Klotz (31) über Hilfsaktion in Nepal dabei zu sein. Eindrücklich schilderte sie dabei in Wort und Bild die Lage in der von schweren Erbeben gezeichneten Gegend, ihr Engagment und ihre Ziele. Diese Eindrücke möchte ich Euch gerne weitergeben.

Angefangen hatte alles 2007 mit einer Trekkingtour nach Nepal – und das mitten in den Monsoon (Regenzeit) hinein. Dabei lernte die Bizauerin im Rahmen einer Rettungsaktion Mitglieder einer sozialen nepalesischen Organisation (YONSED) kennen und eine Freundschaft entwickelte sich daraus mit dem gemeinsamen Interesse an Naturschutz und der Verbesserung der Lebenssituation der urualen Bevölkerung. 2009 wurde daher der Verein Chay-ya gegründet, welcher das Ziel hat für die verarmten Bevölkerung im Tsum Valley (Grenze zu Tibet) auf über 4.000 Höhenmeter und 5 Tagesmärsche von jegliches Infrastruktur entfernt eine medizinische Versorgung aufzubauen und Infrastruktur zu verbessern.

Ein Großteil der Erwachsenen und Kinder litt damals an bakteriellen und parasitären Erkrankungen, weil sie die Bäche gleichzeitig als Toilette und als Trinkwasserspender benutzten. Die Schule – eine Lehmhütte – war in extrem schlechtem Zustand. Lehrmaterial existrierte keines.

Nachdem mit privaten Spenden und Unterstützung des Landes Vorarlberg zuerst Schulsachen mit Maultieren in die drei Dorfschulen gebracht werden konnten ogranisierte der Verein kostenlose mobile Gesundheitscamps für die Bevölkerung und hielten hygiene Schulungen ab um das Gesundheitsbewusstsein in der Region zu verbessern.

Eines ihrer Ziele ist es, eine Krankenstation an einem zentralen Ort in dem Tal zu errichten, damit die Bevölkerung zukünftig bei kleineren medizinischen Anliegen unabhängig ist.

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[tx_column size=“1/2″]Dieses Vorhaben wird im Rahmen der Alktion „Helfen mit Herz und Hand Projektes“ (HHH) von den PPÖ unterstützt. Seit Herbst 2013 wurden Spenden für den Bau der Krankenstation gesammelt.[/tx_column]
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Das Haus mit insgesamt 60 m² wird aus 4 Räume (2 geschlechtergetrennte Schlafräume, 1 Geburtenstation und 1 Behandlungsraum) bestehen. Durch die gewonnene Wasserkraft vom angrenzenden Fluss soll ausreichend Strom erzeugt werden um das Haus zu versorgen. Zusätzlich werden zwei BewohnerInnen in den nächsten zwei Jahren in Kathmandu zu KrankenpflegerInnen ausgebildet

Im Herbst 2014 war das Baumaterial von den Bewohnern des Tsum-Valley zusammengetragen und der Baubeginn stand bevor.

Mit dem schrecklichen Erdbeben im April 2015 welches nur ca. 35km neben dem Tal das Zentrum hatte und den heute noch spürenbaren Nachbeben war plötzlich alles anders. Nahezu jedes Haus im Tal war kaputt. Decken, Medikamente, Zeltplanen, Nahrungsmittel und Wellblechdächer war nun wichtiger. Mit Hilfe von Sofortspenden konnten trotz der Regezeit u.a. über 8 Tonnen Wellbleche für Dächer ins Tag geflogen werden. Diese Wellbleche waren eine Sofortnotunterkunft und wurden später bei der Wiedererrichtung der Häuser Teile einer erbebensicheren Bauweise. Durch diese Hilfe war den Bewohnern im Tal das Überleben im bis zu -35°kalten Winter überhaupt möglich.

Heute sind die viele Häuser im Tsum-Valley, entgegen vielen anderen Regionen in Nepal, danke dem starken Zusammenhalt der Talbewohner wieder aufgebaut. Auch hat zwischenzeitlich der Aufbau der Krankenstation gestartet. Erste Fundamente stehen bereits.

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Die Zukunftspläne sind

  • Fertigstellung der Krankenstation in Lar, Tsum Valley (3.250 Höhenmeter)
  • Ausbildung von einheimischen medizinischen Pflegern
  • Unterstützung beim Wiederaufbau der Schule im Tsum Valley mit Material und Facharbeitern
  • Gesundheitscampy im Langtang-Gebiet
  • Workshops zum Aufbau einer eigenen hygienischen Infrastruktur
  • Aufbau und Unterstützung der Dorfschule Thade in Rasuwa (127 Schüler), Bild siehe unten
  • Betreuung der 10 nepalesischen Patenkinder
  • Bau einer Schule mit inkludiertem Waisenhaus für ca. 40-60 Kinder

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Alle Mitglieder von Chay-Ya arbeiten ehrenamtlich und tragen die Kosten für die Reise selbst; die Hilfsgüter (Schulsachen, Kleidung, Medizin- und Hygieneartikel) werden durch Spenden finanziert.

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Ein derart schreckliches Erdbeben hat der PPÖ-Aktion „Helfen mit Herz und Hand“ eine neue Dimension verliehen und die PPÖ dazu bewogen, dieses Projekt um ein Jahr zu verlängern. Die humanitäre katastrpohe ist nach wie vor präsent und wird noch Jahre brauchen um seine Folgen zu lindern.

Erschwerend kommt dazu, dass auf politischer Ebene derzeit –  in unseren Medien nicht präsent – zwischen Indien und Nepal aufgrund der nun nach 10 Jahren Streitigkeit endlich in Kraft getretenen neuen Verfassung die Einflussnahme von außen durch die Inder massiv beschränkt wurde und Indien in Folge mit einem Ausfuhrverbot von Treibstoff und Medikamenten reagiert hat. Seit über 2 Monaten stauen sich daher die Lieferungen an der Grenze und die Auswirkungen auf Nepal insbesondere wegen dem anstehenden Winter dramatisch. Krankenwagen können nicht mehr fahren, Notstromaggregate in Krankenhäuser funktionierne nicht mehr, viele vom Erdbeben betroffenen Regionen erwarten dringend die Hilfslieferungen um dem Winter überhaupt überleben zu können.

Weblinks:

www.chay-ya.com
Verein Chay-Ya Austria

www.ppoe.at/Aktionen/hhh/2013_16/erdbeben-nothilfe/01_juni_2015.html
Helfen mit Herz und Hand – Ein Dach für Nepal